Pressebericht 
Wasser inspiriert Künstler
 
12.05.2007
D 27305 Bruchhausen-Vilsen
Ausstellung

Ausstellung Wasser eröffnet

"Als globaler Skulpteur nutzt die Natur das Wasser zur immer fortwährenden Gestaltung der Erdoberfläche." - mit diesen Worten setzte Gert Schröder, Vorsitzender des Vereins ART-Projekt, die Gewichtigkeit des Elements Wasser für den Künstler ins Zentrum des Bewußtseins. "Ohne dieses Wasser gibt es kein Leben, also auch keine Kunst". Anläßlich dieser Jahresausstellung des Vereins, die von den Harzwasserwerken großzügig unterstützt wird, setzen sich 18 KünstlerInnen mit dem Thema Wasser auf die unterschiedlichste Art und Weise auseinander. Die Schönheit des Elements selbst, dessen gewättätigen Auswüchse, bis hin zur Sorge um dieses selbst umspannt den visualisierten Bogen der Ausstellung in der Klostermühle Heiligenberg.

Avantgardistisch mutet das Objekt "Wasser, rostige Nägel und Zwiebel" von Friedel Schünemann an. Näher betrachtet spiegelt sich darin die Angst um und vor dem Wasser, Aufforderung und Warnung, Leiden und Lebensquell und eine ehrfürchtige Liebe zu dem selben wider (Bild 2).
Mit der globalen Widersprüchlichkeit des Elementes setzt sich Jürgen Moldenhauer, der aus internationalen Telefonbüchern Schiffe, zusammengehalten durch Gummiringe, inszeniert hat. Diese befinden sich im Flottenverband auf der Schrägen eines labilen Fundament, welches nur durch kleine Unterleger noch in stabiler Lage gehalten wird - Zustand des Weltwirtschaftssystems?(Bild 5).
Mit der Gewalt des Tsunamis setzen sich Peter Creuzburg (Bild 9) und Nils Bergemann (Bild 11) auseinander. Letzterer symbolisiert hierbei die Erlebnisse und Gefühle seines Vaters, welcher selbst erlebte, wie die Gigawelle über ihm zusammenschlug.
Um noch ein weiteres der vielen eindrucksvollen Werke vorzustellen, sei auf "NoWaterNoLife", eine Holzplastik von Wolfgang Gido hingewiesen. Dies vereinigt die Symbole für Naturschutz (Walflosse) und für Frieden (Taube) in einem Werk (Bild 6) - sichtbar durch Drehen der Plastik um 180 Grad.
Eine wahrhaft ausdrucks- und gehaltvolle Ausstellung, die nicht beabsichtigt "nur zu gefallen" und über die es wert wäre ein umfangreiche Abhandlung zu verfassen.

Am 9. Juni wird hierzu inhaltlich der Kunsthistoriker Detlef Stein referieren. An diesem Tag findet eine Midissage in Form eines Kunstfestes statt. Simone Thiele wird eine kurze Lesung abhalten und Friedel Schünemann wird die flüchtige Welt des "Wasservideos" vorführen. Die Jugendband "Certain Souls" wird den musikalischen Rahmen bilden. Hiezu ist jedermann ab 19 Uhr eingeladen. Es ist jedoch zu empfehlen sich vorab mindestens eine Stunde für die Betrachtung und eigene Verarbeitung der Ausstellung Zeit zu nehmen.

Die Ausstellung verweilt bis zum 6 Juli in Bruchhausen-Vilsen, bevor sie nach Hamburg und Bad Harzburg aufbricht.

Die vorgestellten Werke spiegeln das Spektrum des ART-Projekt-Kalenders 2008 wieder. 13 der Werke werden dann in einem Jahreskalender verewigt. Dass dieser Kalender nicht nur ungewöhnlich, sondern auch beliebt ist, zeigt sich daran, dass bereits vor der Enthüllung der Werke ein Drittel der Auflage von Kunstkennern sozusagen "blind" geordert wurde. Diesem Beispiel sollten sich Interessierte bald möglichst anschliessen.