Pressebericht 
ART-Projektile 2015 eröffnet
  
05.09.2015
D 27305 Bruchhausen-Vilsen
Ausstellung
Journalist:  Redaktion my-national.info (Redaktion Chef) Fotograf:  Peter C. Creuzburg

Der Kunstverein ART-Projekt e.V. in Bruchhausen-Vilsen zeigt neueste Werke von 15 Mitgliedskünstlern. Dieser spannende Querschnitt durch den Verein kann bis Ende des Jahres in der Klostermühle Heiligenberg besichtigt und gekauft werden.


Laudatio von Gert Schröder (es gilt das gesprochene Wort):

Herzlich willkommen zur Gemeinschaftsausstellung des Kunstverein ART-Projekt hier in der Klostermühle Heiligenberg.

Es ist für unseren Verein ein kleines Jubiläum:

Es ist die 10. Gemeinschaftsausstellung der Mitglieder des Kunstvereins, die hier in der Klostermühle präsentiert wird.
Jede dieser Ausstellungen zeigte immer wieder ein neues Spektrum aktueller Kunst aus den Bereichen Malerei, Grafik, Objektkunst und der Bildhauerei. Der Verein hat den Mitgliedern für diese Ausstellung kein definiertes Thema vorgegeben. Es sollte gezeigt werden, was in den Ateliers der Künstlerinnen und Künstler während der letzten Monate entstanden ist.
Deshalb das Motto: ART-Projektile. Typische Beispiele des aktuellen Kunstschaffens unserer Mitglieder.

Von den ursprünglich angemeldeten 17 Teilnehmern haben 15 ihre Arbeiten eingereicht, so dass wir 27 Kunstwerke unterschiedlicher Art und Thematisierung präsentieren können.

Mit dem aktuellen Zeitgeschehen haben Peter C. Creuzburg, Adam und Michael Wirth sich auseinander gesetzt und dafür ihre Motive gewählt.

Peter Creuzburgs TAUSENDUNDEINENACHT ist alles andere als die Verherrlichung eines orientalischen Märchens. In vielen Ländern des Mittleren Ostens wird erbittert gekämpft; es sterben täglich Menschen oder sind auf der Flucht – wie gerne wären sie in einer Märchenwelt!
Das Bild NO MERCY von Michael Wirth zeigt einen Soldaten, der offenbar erschöpft und bar jeder Illusion auf das zurück blickt, was er im Auftrag anderer getan hat.
Adams Installation NSA – Kontrolle außer Kontrolle setzt sich brillant mit der Abhöraffäre auseinander, die Deutschland seit Monaten bewegt.

Man müsste Elisabeth Schuller-Köster befragen, ob der kleine Zinnsoldat in ihrer Stahlskulptur WAS IM KOPF auch einen kritischen Bezug hat oder nur ein zwischenmenschliches Gedankenspiel ist.

Karin Bliefernichs in Grautönen gehaltenes Landschaftsbild MORNING HAS BROKEN strahlt eine gewisse Ruhe und Erwartung aus.

Im gleichen Raum, ein paar Meter weiter zeigt Karin Schildmair Landschaftsmotive wie z.B. ABENDSTIMMUNG IM MOOR mit diffusen Konturen, gemalt mit Acryl und der Einbeziehung von Sand, die auch sehr ruhig und friedlich wirken.

Ganz anders ist die Wirkung der beiden Aquarell-Bilder von Karin Altrogge.
Aus ihrer Reihe von Städtebildern hat sie 2 Venedigmotive ausgewählt. Auch ohne die Integration von menschlichen Wesen vermitteln die Bilder durch ihre Farbigkeit eine lebendige Atmosphäre.

Die Ballettmusik LE SACRE DU PRINTEMP von Igor Strawinsky hat Nadya Hauswald mit klaren, kräftigen Farben in ihrem Bild umgesetzt. Die zarten Körper der Tänzerinnen lassen deren Dahinschweben auf der Bühne erahnen.

Bleiben wir bei der Bühne. Ein Foto des Gesangstars der 40er Jahre, der Schwedin Zarah Leander, hat Eva-Maria Stockmann zu einer Serie von Gesichtsbildern inspiriert, von denen sie 2 Stück hier präsentiert. Ein Mix aus Collage und Malerei ergibt eine interessante 3-dimensionale Wirkung.

Udo Richters zarte Steatit-Skulptur SWING zeigt abstrahiert ein innig verschlungenes tanzendes Paar. Ein Beispiel seiner neuen Serie von kleineren Naturstein-Skulpturen.

Den Grafikbereich decken Elisabeth Fitting und Jürgen Moldenhauer ab.
Die Sehnsuchtslandschaften von Jürgen Moldenhauer mit ihren ruhigen Ausstrahlungen stehen im Gegensatz zu dem Bild RASANT von Elisabeth Fitting, deren Radrennfahrer die Dimensionen des Bildformates zu sprengen scheint.

MOVING BLUE , eine Installation von Regine Wanek ist typisch für ihr Werk der letzten Jahre. Die Farbe Blau ist seit vielen Jahren dominierend in ihrem Ouevre. Die einzelnen Farbbänder können einzeln erworben werden.

Karin-Maria Menk hat ihrer Arbeit keinen Titel gegeben. Für mich ist das Bild eine Landschaftsimpression, doch wie bei vielen Kunstwerken, interpretieren die Betrachter Bildmotive unterschiedlich.

Für die Bronze AVANTI , eine Arbeit von mir, habe ich Abgüsse einer Steinskulptur machen lassen und diese dann polieren lassen, so dass die dynamische Formgebung noch stärker zum Ausdruck kommen soll.

Ich kann und möchte nicht alle ausgestellten Werke detailliert erwähnen, kommentieren oder gar würdigen. Diese Ausstellung zeigt, so glaube ich, die Vielfalt einer kreativen Umsetzung, die das Potenzial unserer Künstlervereinigung eindrucksvoll wiedergibt. Es sprengt den Rahmen, wenn ich alle ausgestellten Arbeiten beschreiben oder gar erklären würde.

Auf ein Objekt möchte ich abschließend aber noch einmal bewusst eingehen. Es ist noch einmal ein Werk von ADAM. Es hängt hier im Hauptraum und hat den Titel KUNST IN DER KLEMME. Hier nimmt der Künstler ein Dilemma der bildenden Kunst auf, mit dem engagierte Künstler leben müssen. Kunstwerke mit Aussagekraft, kritischer Themenumsetzung oder gar Geißelung von Fehlentwicklungen werden vielleicht von Museen oder Kunstsammlern bzw. Mäzenen erworben, wenn der jeweilige Künstler einmal von wichtigen Galeristen protegiert wird.
Erfreulicherweise gibt es auch kunstinteressierte Menschen, die Kunst kaufen und in ihr eigenes Ambiente integrieren. Kritische Auseinandersetzungen mit für uns allen wichtigen Themen gehören leider selten dazu. Im eigenen Ambiente sind Kunstwerke leichter vorstellbar, die stärker einen dekorativen Charakter haben.
Soweit zum Thema KUNST IN DER KLEMME.

Vielleicht findet das eine oder andere Werk dieser Ausstellung Interesse bei Ihnen heute oder bei den Besuchern in den kommenden Tagen und Wochen. Uns würde es freuen. Ich danke Ihnen.


Gert Schröder